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Der Erbonkel wird von Finanzamt abgeschafft - Je weitläufiger die Verwandtschaft desto höher die Steuer

02.09.2009: (Bonn) - Zu mehr steuerlicher Planung hat der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Erbrechtskunde e.V. (DGE), Rechtsanwalt Franz M. Große-Wilde, alle diejenigen Personen aufgefordert, die ihr Erbe Verwandten wie Nichten und Neffen vermachen wollen.

Wegen der Einstufung dieses Personenkreises in die Steuerklasse 2, deren Steuersätze deutlich angehoben wurden, werden mit dem Inkrafttreten der Erbschaftsteuerreform 2009 mit der Erbschaft erhebliche steuerliche Belastungen verbunden, die bei sorgfältiger Gestaltung oft erheblich gemildert werden könnten, erklärte Große-Wilde. Die geringfügige Erhöhung der Freibeträge von 10.300 € auf 20.000 € wird durch die Erhöhung des Steuersatzes auf 30 % schnell verbraucht. Für Erbfälle (nicht für Schenkungen!) zwischen dem 1.1.2007 und dem 31.12.2008 kann noch ein Wahlrecht ausgeübt und das alte Steuerrecht gewählt werden. Diese Möglichkeit entfällt nach dem 30. Juni 2009.

Vermachte z. B. der reiche Onkel seinem Neffen ein Mehrfamilienhaus im Verkehrswert von 500.000,00 EUR, hatte dieser dafür  nach bisherigen Recht Erbschaftsteuer von fast 80.000 € zu entrichten, was nicht selten zu einem (Zwangs-) Verkauf führt. Seit  dem 1. 1. 2009 dann 120.100 € an. Ein Weg aus dieser Lösung wird in Zukunft die Adoption sein. Würde der Onkel seinen Neffen vor seinem Tode adoptieren, hätte dieser als leibliches Kind nur eine Steuer von rund 4.400 € zu entrichten. Die Steuerersparnis ist damit beträchtlich. Allerdings setzt die Adoption eine besondere persönliche Beziehung der Beteiligten voraus, die durch die zuständigen Stellen geprüft werden wird, auch um rein steuerlich bedingte Adoptionen zu verhindern. 

Manchmal kann auch in einer Ausschlagung nach dem Tode ein Weg liegen, wenn der Erbe Kinder hat und diese an seine Stelle treten würden. Wird das Haus im vorgenannten Fall z. B. der einzigen Schwester vermacht, bezahlt diese die gleiche Erbschaftsteuer. Schlägt sie dagegen die Erbschaft binnen sechs Wochen beim Notar oder Gericht aus und fällt dieses dadurch aufgrund gesetzlicher Erbfolge ihren drei Kindern an, so sparen diese durch die mehrfacher Ausnutzung der Freibeträge ca. 12.000 €. Vor einer Ausschlagung muss aber immer sichergestellt sein, dass dann auch die gewünschte Folge eintritt. Hier ist eine Beratung nötig.

Die beschriebene, durch die Erbschaftsteuerreform 2009 eingeführte Steuerverschärfung für nahe Verwandte wird als verfassungsrechtlich bedenklich angesehen. Mit einer Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht ist zu rechnen.



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